Kraftwerk in Meitingen
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Kraftwerk in Meitingen

Das Kraftwerk wurde zwischen 1920 und 1922 am Lechkanal gebaut. Benötigt wurde es seinerzeit für die Stromversorgung des elektrochemischen Betriebs der Siemens-Plania, später Sigri Elektrographit GmbH.

Baugeschichte und Beschreibung

  • Wasserkraftwerksbau, bis heute in Betrieb
  • Markt Meitingen, Landkreis Augsburg; Bernhardt-Monath-Straße 46
  • Beginn des Kanalaushubs 1898
  • Inbetriebnahme 1922
  • Anbau an das Kraftwerk 1938
  • quer über dem Kanal liegender Walmdachbau
  • Gliederung der dreigeteilten, verputzten Fassade durch Lisenen und Akzentuierung mit Schein-Mezzanin
  • langgestreckte Fenster und Rundbogenfenster im oberen Drittel des Baukörpers
  • Stahlsprossenfenster
  • niedriger Walmdachbau an der Westseite
  • Leerschuss im Osten
  • benachbartes Umspannwerk, an der Gestaltung des Kraftwerks orientiert (zweigeschossig, Erdgeschoss Rundbogenfenster, Obergeschoss rechteckige Fenster, verputzte Fassade, Walmdach mit Biberschwanzeindeckung)
Blick aus dem Kraftwerk in Meitingen
Maschinenausstattung aus dem Jahr 1922
Nordfassade des Kraftwerks in Meitingen

Verwendung und Zweck

  • Wasserkraftwerk zur Stromerzeugung (zunächst für Firma, dann für Region)
  • Lechkanal besitzt an dieser Stelle 8m hohe Deiche, enorme Fallhöhe von 13,4m
  • Zäsur des Ersten Weltkriegs zeigt sich auch in der Architektur, Abweichung von der in Gersthofen und Langweid angewandten, historistischen Formensprache
  • technische Ausstattung:
    • drei Francis-Doppelturbinen der Familie Voith
    • drei AEG-Generatoren von 1922
  • Kraftwerk am Lechkanal in drei Abschnitten von 1898-1922 errichtet
  • Gründung der Lechwerke 1903
  • Lechkanal wurde bis 1922 um 10 km bis nach Meitingen verlängert
  • drei Kilometer nördlich des Kraftwerks mündet der Lechkanal wieder in den Lech
  • Bau führte zur Ansiedlung der Siemens Plania AG
  • Kraftwerk als Objekt der UNESCO-Bewerbung steht für:
    • Weiterentwicklung vom kleingewerblichen bis zum industriellen Maßstab
    • Weiterentwicklung vom einfachen Wasserrad zur hocheffektiven Turbine
    • frühe Ablösung der mechanischen Übertragungen der Wasserkräfte in der Region durch die Elektrifizierung
    • frühe Ablösung der ortsnahen Wasserkraftnutzung und Elektrizitätserzeugung durch dezentrale Laufwasserkraftwerke
    • Nutzung regenerativer Energien kommt Umwelt zugute,
    • "Augsburger Tradition“ der Nachhaltigkeit als globales Vorbild

Authentizität und Alleinstellungsmerkmale

  • Generatorenspulen neu gewickelt und Turbinen 2016 saniert, ansonsten Originalzustand
  • ursprünglich ausschließlich Francis-Turbinen in allen drei Lechkanal-Kraftwerken
  • bauzeitliche Ausstattung jedoch nur noch in Meitingen bis heute in Betrieb
  • Vermittlung der technischen Entwicklung an einem sehr gut erhaltenen, beispielhaften Wasserkraftwerk

Informationen und Standort

Allgemeine Hinweise:

Das Kraftwerk in Meitingen befindet sich im Besitz der Lechwerke AG.

Öffnungszeiten:

Nicht öffentlich zugänglich

Kontakt:

Lechwerke AG
Schaezlerstraße 3
86150 Augsburg

+49(0)821 328-0
www.lew.de

Führungen:

Keine Führungen möglich

Anreise:

Mit dem Auto über die B2, Ausfahrt „Meitingen-West“. Nach der Abfahrt im Kreisverkehr die zweite Ausfahrt (Peter-Dörfler-Straße) nehmen. Beim zweiten Kreisel weiter geradeaus, anschließend rechts abbiegen auf die Donauwörther Straße, direkt danach links abbiegen in die Bernhard-Monath-Straße. Vor dem Lechkanal rechts abbiegen auf die Straße, die direkt zum Kraftwerk führt. Auch eine Anreise mit der Bahn ist möglich. Der Bahnhof Meitingen liegt auf der Strecke Augsburg-Donauwörth und ist nur ca. 2 km vom Kraftwerk entfernt.

Lage:

Das Kraftwerk befindet sich im Westen von Meitingen.