Das Wasserwerk am Roten Tor in Augsburg
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Wasserwerk am Roten Tor

Das Ensemble ist das älteste bestehende Wasserwerk Mitteleuropas.
Es diente von 1416 an 463 Jahre lang der Trinkwasserversorgung von Augsburg. Die dort eingesetzten Pumpsysteme fanden in ganz Europa großes Interesse.

Baugeschichte und Beschreibung

 

Allgemeines:

  • Anlage mit drei historischen Wassertürmen, Nebengebäuden und Innenhof
  • Augsburg, Innenstadt, Lechviertel – Östliches Ulrichsviertel; Am Roten Tor 1
  • Um-, An- und Aufbauten von 1416 bis ins 19. Jhd., Nutzung bis 1879

Großer Wasserturm:

  • ab 1416 von Brunnenmeister Hans Felber in Holz
  • 1463 gemauert
  • Aufstockung 1669
  • Ausbau und Innenausbau 1764 von Brunnenmeister Caspar Walter
  • Original-Instruktionsgemälde 1753
  • von Kanal des Vorderen Lechs unterflossen
  • quadratischer Unterbau auf den Mauern eines mittelalterlichen Wehrturms
  • mit Eckrustika
  • oktogonaler Aufsatz mit querovalen Öffnungen und abschließender Balustrade
  • Förderhöhe ca. 29 m

Kleiner Wasserturm:

  • 1470 erbaut
  • 1559 und 1672 aufgestockt
  • 1672 und 1744 Innenausbau
  • Wendeltreppe 1744
  • sechs Instruktionsgemälde 1753
  • stuckierte Gewölbedecke 1672 erhalten
  • viergeschossiger quadratischer Unterbau
  • auf den Mauern eines mittelalterlichen Wehrturm
  • mit nordöstlicher Strebemauer
  • zweigeschossiger, sechseckiger Aufsatz mit Putzgliederung und Haube
  • Förderhöhe um 1750: 24,8m
  • um 1817: 29m

Kastenturm:

  • 1599 auf ehemaligem Wehrturm erbaut
  • 1703 Balustrade
  • 1742 Innenausbau
  • an der Ostseite des Heilig-Geist-Spitals, an die Stadtmauer gebauter, halbrunder Unterbau
  • sechseckiger Aufbau mit Balustrade
  • doppelt gewendelte Treppe im Inneren 1744

Aquädukt:

  • über den Rote-Torwall-Graben mit Viadukt (Brückenfunktion)
  • 1777 zweigeschossig in Ziegelstein zu sechs doppelten Bögen gemauert (oben Verkehrsweg zum Stadttor, unten Wasserleitung)

Oberes und Unteres Brunnenmeisterhaus:

  • zweigeschossiger Mansarddachbau mit Zwerchhaus und zweigeschossiger Walmdachbau
  • ehemalige Dienstwohnung und Werkstätte des Brunnenmeisters sowie Lager
  • im Kern 17. Jhd.
  • äußere Erscheinung 18. Jhd.
fehlende Bildunterschrift
Kunstinstallation im Treppenhaus
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Von Caspar Walter kunstvoll gestaltete Wendeltreppe
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Kunstinstallation in der Turmspitze
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Kanallauf unter dem Wasserwerk
Testunterschrift Alt
kunstvolle Ausgestaltung des Eingangsbereichs
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Oberes Brunnenmeisterhaus
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Der Kastenturm
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Innenhof mit Blick auf den großen und kleinen Wasserturm und das untere Brunnenmeisterhaus
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Treppenhaus im Wasserturm
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Turm vom Roten Tor
fehlende Bildunterschrift
Das Wasserwerk am Roten Tor aus der Vogelperspektive

Verwendung und Zweck

  • Brunnenwerk übernahm für ca. 460 Jahre (1416-1879) die Trinkwasserversorgung der Stadt Augsburg
  • Zusammenwachsen der einzelnen Bauten zu einer funktionalen Einheit, auch Nutzung des Werkshofs
  • Brunnenwerk am Roten Tor als größtes Brunnenwerk der Reichsstadt Augsburg, dadurch zentrale Rolle im Wassersystem
    • Versorgung der öffentlichen Röhrkästen sowie später der privaten Hausanschlüsse, damit humanitäre bzw. soziale Komponente
    • fortlaufende Umbauten und Effizienzsteigerungen der Brunnenwerke
    • konstante Weiterentwicklung des jahrhundertealten Systems vom mittelalterlich-frühneuzeitlichen bis zu einem protoindustriellen Maßstab und damit Adaption für eine gesteigerte Wasserversorgung
    • Vorführung, Verbreitung und Vermittlung der technischen Entwicklungen (vgl. Modellkammer des Maximilianmuseums sowie Publikationen im Stadtarchiv)
  • inhaltlich mit den drei Prachtbrunnen verbunden (vgl. Kastenturm)
  • thematisch verwandt mit Brunnenwerken am Vogeltor und im Domviertel (ergänzten städtische Wasserversorgung bis 1879)
  • Vorgänger des Trinkwasserwerks am Hochablass (ab 1879)

Authentizität und Alleinstellungsmerkmale

  • Restaurierung 1972-1975
  • Gesamtsanierung 2005-2010
  • heutige Gestalt von 1604
  • heute Nutzung als Kulturpark (u.a. auch Schwäbisches Handwerksmuseum, Freilichtbühne)
  • technische Ausstattung und hölzerne Pumpenhäuser nicht erhalten
  • Dokumente und Modelle größtenteils im Besitz des Stadtarchivs und der Städtischen Kunstsammlungen und Museen
  • ältestes bestehendes Wasserwerk Deutschlands und Mitteleuropas (höchste Wassertürme ihrer Zeit)
  • technische Lösungen durch Entwicklungen aus ganz Europa beeinflusst und in Augsburg weiterentwickelt
  • singuläres Ensemble

Informationen und Standort

Allgemeine Hinweise:

Aus Denkmal- und Brandschutzrechtlichen Bestimmungen dürfen durch je Wasserturm höchstens 14 Personen gleichzeitig geführt werden.

Öffnungszeiten:

Öffnung der Wassertürme: Mai – Oktober: jeden 1. Sonntag im Monat, jeweils 10 – 16 Uhr
Besichtigung nur mit Führung möglich.

Das Aquädukt ist bis auf die Monate Mai bis Juli (Freilichtbühnensaison) für die Öffentlichkeit überquerbar.

Die hydrotechnischen Modelle (u.a. von Caspar Walter) können ganzjährig Dienstag bis Sonntag von 10-17 Uhr im Maximilianmuseum besichtigt werden.

Kontakt:

Tourist-Information
Rathausplatz 1, Augsburg
+49(0)821 50207-0
tourismus@regio-augsburg.de

 

Maximilianmuseum Augsburg
Fuggerplatz 1, Augsburg
+49(0)821 324-4112
besucherservice-kusa@augsburg.de

Führungen:

Mai – Oktober: jeden 1. Sonntag im Monat, jeweils 10 – 16 Uhr (durchgängig)
Preis: 3 € p. P. / Kinder bis 16 Jahre 1 € p. P.
keine Anmeldung erforderlich

Für individuelle Führungen wenden Sie sich bitte Mo.-Fr. von 9:00-17:00 Uhr an
Regio Augsburg Tourismus GmbH
Stadtführungen
Kristin Hoffmann, Sophie Smekal
+49(0)821 50207-33
stadtfuehrungen@regio-augsburg.de
www.augsburg-tourismus.de/fuehrungen

Anreise:

Mit den Tramlinien 2 (Richtung Haunstetten Nord), 3 (Richtung Haunstetten West P+R) und 6 (Richtung Friedberg West P+R)oder der Buslinie 35 bis zur Haltestelle Rotes Tor. Von dort über die Straße in Richtung Rotes Tor. Vor Ort gibt es keine Parkmöglichkeiten. Darum empfehlen wir die Anreise mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln, per Fahrrad oder zu Fuß.

Lage:

Das Wasserwerk am Roten Tor liegt am südlichen Ende der Innenstadt, direkt am Roten Tor, zwischen Puppenkiste und Freilichtbühne.