Das Kraftwerk am Fabrikkanal in Augsburg
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Kraftwerk am Fabrikkanal

Das Kraftwerk in Göggingen wurde 1885 von der Zwirnerei und Nähfadenfabrik Göggingen in Betrieb genommen.
Der Fabrikkanal wird aus der Wertach gespeist und wurde 1883 eigens für die Nutzung der Wasserkraft gebaut.

Baugeschichte und Beschreibung

  • Wasserkraftwerksbau bis heute in Betrieb, am Fabrikkanal auf dem Gelände der Firma Amann & Söhne GmbH & Co. KG
  • Augsburg, Göggingen; Fabrikstraße 11
  • Bau des Fabrikkanals 1883
  • Errichtung des Kraftwerks 1885
  • Einbau eines Generators und mehrerer Turbinen der Familie Voith 1907
  • Zerstörung der Wehranlage durch Hochwasser und Errichtung eines neuen Einlaufbauwerks 1999
  • direkte räumliche und zeitliche Nähe zum Kraftwerk an der Singold (ebenfalls Kraftwerk der ZNFG)
  • eingeschossiger Massivbau mit Satteldach über rechteckigem Grundriss
  • verputzte Fassade mit Rundbogenfenstern mit verzierten Gusseisensprossen
  • geätzte Ornamentverglasung in den Fenstern
  • Einläufe und Ausläufe zeichnen sich durch zwei Rundbogenöffnungen im Sockel ab
  • Leerschuss an der Westseite des Gebäudes
  • Anlegung des Fabrikkanals 1884 erfolgte, um die Zwirnerei und Nähfadenfabrik Göggingen (ZNFG) zu versorgen
Kraftwerk am Fabrikkanal

Verwendung und Zweck

  • Wasserkraftwerk der Zwirnerei und Nähfadenfabrik Göggingen (ZNFG)
  • ab 1957 Fusion mit Zwirnerei Ackermann
  • 1994 Übernahme durch Amann & Söhne, Garnherstellung am Standort bis heute
  • 1880 m langer Fabrikkanal führt 28,50 Kubikmeter Wasser pro Sekunde nach Norden
  • Kraftübertragung über Transmissionsriemen auf die Webstühle
  • technische Ausstattung:
    • Seilscheiben des Transmissionsantriebs im benachbarten Kesselhaus
    • zwei Francis-Turbinen mit horizontaler Welle der Familie Voith von 1907
    • ein Generator der Siemens-Schuckert-Werke von 1907
  • Kraftwerk als Objekt des UNESCO-Welterbes steht für:
    • Weiterentwicklung vom kleingewerblichen bis zum industriellen Maßstab
    • Weiterentwicklung vom einfachen Wasserrad zur hocheffektiven Turbine
    • frühe Ablösung der mechanischen Übertragungen der Wasserkräfte in der Region durch die Elektrifizierung
    • frühe Ablösung der ortsnahen Wasserkraftnutzung und Elektrizitätserzeugung durch dezentrale Laufwasserkraftwerke
    • Nutzung regenerativer Energien kommt Umwelt zugute, „Augsburger Tradition“ der Nachhaltigkeit als globales Vorbild

Authentizität und Alleinstellungsmerkmale

  • Technik wurde 1907 erneuert
  • historische Wehranlage 1999 zerstört
  • 2006 Errichtung des Ackermannwehres (Schlauchwehr)
  • Energiegewinnung wird heute in das öffentliche Stromnetz gespeist
  • Kraftwerk als industriearchäologisches Denkmal des suburbanen Raumes
  • nach Fusion der ZNFG mit der Zwirnerei Ackermann 1957 Teil des größten Nähgarnhersteller Europas
  • Vermittlung der technischen Entwicklung an einem sehr gut erhaltenen, beispielhaften Wasserkraftwerk

Informationen und Standort

Allgemeine Hinweise:

Kraftwerk befindet sich in Privatbesitz

Öffnungszeiten:

Nicht öffentlich zugänglich

Kontakt:

Stadt Augsburg
Welterbe-Büro
Rathausplatz 1, 86150 Augsburg

+49(0)821 324-2115
welterbe@augsburg.de

Führungen:

Keine Führungen möglich

Anreise:

Das Kraftwerk befindet sich auf einem Firmengelände und ist nicht öffentlich zugänglich.

Lage:

Das Kraftwerk am Fabrikkanal liegt im Stadtteil Göggingen.